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Blade Runner 2049: Memory Lab

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7

VR-World Rating

Blade Runner 2049: Memory Lab im Test – Tränen im VR-Regen

Direkt zum Fazit

Im Herbst 2017 begeisterte Blade Runner 2049 sowohl eingefleischte Sci-Fi-Fans als auch anspruchsvolle Cineasten. Alcon Entertainment veröffentlichte zudem die VR-Erfahrung Blade Runner 2049: Memory Lab, die neben der Rift inzwischen auch für Samsung Gear VR und Oculus Go verfügbar ist. Kann sie mit dem Film mithalten?

Es gibt wohl kaum eine andere Filmwelt, die sich so fabelhaft für eine VR-Adaption eignet, wie das düstere Cyberpunk-Szenario von Blade Runner. Wer würde nicht einmal gerne seinen Blick über die Neon-Skyline von Los Angeles schweifen lassen oder die verregneten Gassen eben jenes Molochs erkunden?

Da Blade Runner 2049 seit geraumer Zeit nun auch im Heimkino erhältlich ist, haben wir uns im Nachhinein nochmal genauer mit der VR-Erfahrung Memory Lab auseinandergesetzt. Ist der von Oculus koproduzierte Titel eine sinnvolle Ergänzung zum Film?

Fortsetzung des Gear VR-Titels Replicant Pursuit

Blade Runner 2049: Memory Lab schließt inhaltlich an den exklusiven Samsung Gear VR-Titel Replicant Pursuit an, in dem wir einen Replikanten (einen im Filmkontext illegalen, künstlichen Menschen) in einem Polizei-Spinner verfolgen. Unser Protagonist hat hier am Ende seiner Rolle als Blade Runner Genüge getan, denn er hat den vermeintlichen Replikanten  „zur Ruhe gesetzt“.

Dumm nur, dass es sich bei der Zielperson um einen echten Menschen handelte, wie sich im Nachhinein herausstellt. Darum befinden wir uns zu Beginn von Memory Lab auf dem Weg zur titelgebenden Einrichtung der mächtigen Wallace Corporation.

Hier soll eine Ärztin unsere Erinnerungen an die Verfolgungsjagd prüfen, denn es besteht die Möglichkeit, dass diese manipuliert wurden. Doch zunächst genießen wir erstmal den Blick aus unserem Gleiter auf das verregnete Los Angeles, während wir per Funk (ausschließlich auf Englisch) über die Ereignisse aufgeklärt werden.

Reise in die eigenen VR-Erinnerungen

Im Labor angekommen, begrüßt uns eine junge Ärztin und wir sind zunächst erstmal von ihrem täuschend echten Aussehen beeindruckt. Das kommt nicht von ungefähr, denn für die VR-Erfahrung wurden echte Schauspieler mit digitalen Kameras gefilmt und ihre Darbietungen anschließend in die virtuelle Realität übertragen. Ähnlich, wie es übrigens auch bei L.A. Noire: The VR Case Files zu sehen ist.

Im Memory Lab begrüßt uns eine ziemlich echt wirkende Mitarbeiterin von Wallace Corp. © Alcon Interactive Group, LLC

Das Ergebnis beeindruckt zwar auf den ersten Blick, es bleibt aber ein leichter Uncanny Valley-Effekt, also das Gefühl, es aufgrund der fast schon zu realistischen Figuren eben doch nicht mit echten Menschen zu tun zu haben. Die virtuellen Gesichter wirken nämlich manchmal so, als hätte man die Videoaufnahme eines echten Menschen auf ein 3D-Modell „aufgezogen“, was dann wiederum an der Immersion kratzt.

Aber genug gemeckert, denn im Labor versetzt uns unsere Betreuerin auch schon bald in unsere erste Erinnerung zurück, in der uns dann auch zum ersten Mal die (wenigen) interaktiven Elemente der VR-Erfahrung begegnen.

VR-Cyberpunk zwischen Spiel und Erlebnis

Schnell finden wir nämlich heraus, dass unsere Erinnerungen tatsächlich Fehler aufweisen. Mit dem Touch-Controller der Oculus Rift können wir einen Scanner aktivieren und verdächtige Objekte auf ihre Echtheit hin überprüfen. Zudem können wir uns innerhalb der aufgezeichneten Erinnerungen per Controller hin- und her teleportieren.

Das Highlight der VR-Erfahrung ist die Erkundung eines atmosphärischen Straßenzugs. © Alcon Interactive Group, LLC

Das Highlight der VR-Erfahrung ist die Erkundung eines atmosphärischen Straßenzugs. © Alcon Interactive Group, LLC

Im weiteren Verlauf der Handlung erkunden wir schließlich den Tatort des von uns verübten Mordes. Zu diesem Zeitpunkt öffnet sich dann auch das Design der ansonsten sehr linearen Erfahrung und wir können einen ganzen Straßenzug erkunden, der uns die vergangenen Ereignisse in einer Endlosschleife zeigt.

Hier gibt es eine Reihe an Hinweisen zu entdecken, die wir in unterschiedlicher Reihenfolge abarbeiten können. Einige sind dabei durchaus clever versteckt. Wir müssen beispielsweise auf einen erhöhten Gehweg springen und dann die Erinnerung auf Knopfdruck im richtigen Moment einfrieren, um so das Nummernschild eines vorbei fliegenden Spinners zu scannen. Als wir mit der Spielmechanik gerade richtig warm geworden sind, ist das Abenteuer dann aber leider auch schon wieder vorbei.

Memory Lab: Nicht zwangsweise erinnernungswürdig

Memory Lab ist nicht mehr als eine kurze Nebenepsiode aus dem Blade Runner-Universum, nach rund 30 Minuten folgt der Abspann. Da die VR-Erfahrung allerdings kostenlos zur Verfügung steht, können wir uns über den Umfang nicht wirklich beschweren.

Mit einem Scanner können wir mit der Umgebung unserer Erinnerungen interagieren. © Alcon Interactive Group, LLC

Mit einem Scanner können wir mit der Umgebung unserer Erinnerungen interagieren. © Alcon Interactive Group, LLC

Negativ fällt da schon eher ins Gewicht, dass der Geschichte ein richtiger Spannungsbogen mit emotionalem Höhepunkt fehlt. Ein Bindung zu unserer Spielfigur oder anderen Charakteren entwickeln wir nämlich nicht.

Das Ende kommt zudem recht plötzlich und lässt eine direkte Verknüpfung mit den Ereignissen des neuen Films missen. Tränen im Regen bzw. unter der VR-Brille fließen hier also höchstens wegen des teilweise verschenkten Potentials.

Ihr solltet einen Auslug ins Blade Runner 2049: Memory Lab wagen, wenn:

  • es euch nach VR-Kost aus dem Blade Runner-Universum dürstet
  • ihr auf verregnete Cyberpunk-Atmosphäre steht
  • ihr auf der Suche nach guten kostenlosen Erfahrungen im Oculus Store seid

Die interaktive Detektiv-Erfahrung solltet ihr eher meiden, wenn:

  • ihr mit Blade Runner nichts am Hut bzw. die Filme nicht gesehen habt
  • ihr mit Cyberpunk und Film Noir nichts anfangen könnt
  • ein vollwertiges VR-Spiel erwartet

Das interaktive Detektivabenteuer Blade Runner 2049: Memory Labs ist für folgende Headsets erhältlich:

  • für Oculus Rift, Oculus Go und Samsung Gear VR im Oculus Store

Das ist gut

  • Wiedererkennbare Blade Runner-Welt
  • 3D-Modelle echter Schauspieler
  • Interaktive Tatort-Spurensuche

Das geht besser

  • Kaum Anknüpfungspunkte zum Film
  • Un­be­frie­di­gende Handlung

Fazit

Blade Runner 2049: Memory Lab tänzelt auf der Grenze zwischen interaktivem Spiel und passivem Erlebnis, kann am Ende aber in keiner der beiden Kategorien vollends überzeugen. Fans des Filmuniversums bietet die VR-Erfahrung dennoch einen atmosphärischen Ausflug ins dystopische Los Angeles, der inhaltlich allerdings nicht wirklich viel mit der großartigen Kinofortsetzung zu tun hat.
7

VR-World Rating

Gameplay: 6
Immersion: 7
Steuerung: 8
Grafik: 7
Sound: 8
Umfang: 6
Zum Anfang

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