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Augmented Reality: Lösen Smart Glasses das Smartphone ab?

Google Glass gehört zu den allgemein bekanntesten Smartglasses. © Google

Egal ob zuhause, im Büro oder unterwegs: Menschen mit Smartphone in der Hand sind heute nicht mehr wegzudenken. Werden wir vielleicht schon in ein paar Jahren das gleiche über Smart Glasses sagen?

Smart Glasses wie Google Glass haben sich bereits vor einigen Jahren als großer Trend angekündigt, scheiterten dann aber vorerst an unausgereifter Technik und rechtlicher Bedenken. Inzwischen feiern die smarten Brillen aber zumindest in der Arbeitswelt ein Comeback – lösen sie vielleicht sogar schon bald das Smartphone als beliebtestes Gadget ab?

Definition: Was sind Smart Glasses?

Smart Glasses sind eine besondere Form von Head-Mounted Display, die das Sichtfeld des Trägers um Informationen und virtuelle Darstellungen bereichern. Bei diesen kann es sich um Texteinblendungen, Navigationshilfen oder komplette virtuelle 3D-Objekte handeln. In diesem Sinne gehören Smart Glasses dem Bereich der Augmented Reality-Technologien an.

Das Design von Smart Glasses orientiert sich zunehmend an normalen Brillen: Sie sind relativ dezent, angenehm zu tragen und auf mobile Nutzung ausgelegt. Funktional liegt ihr Schwerpunkt auf der Einblendung von Textinformationen beziehungsweise 2D-Grafiken.

Eine ausführliche Definition sowie weitere Erklärungen zur Technik findet ihr in unserem Smart Glasses-Special.

Augmented Reality: Woran arbeiten Apple, Facebook, Google & Vuzix?

Eine ganzer Reihe von Technik- und Internetkonzernen forscht aktuell im Umfeld von Augmented Reality (AR). Neben leistungsstarken AR-Headsets für 3D-Anwendungen wie etwa Microsofts HoloLens oder Magic Leap One setzen viele Unternehmen dabei auf das potentiell für die breite Masse attraktive Smart Glasses-Konzept.

So verdichten sich Anzeichen, dass Trendsetter Apple ein Stück vom Smart Glasses-Kuchen der Zukunft abhaben will. Bereits seit 2017 werkeln laut Bloomberg hunderte von Mitarbeitern aus dem Bereich Research & Development an den möglichen Apple Smart Glasses. Die Übernahme des auf AR-Linsen spezialisierten Unternehmens Akonia Holographics ist ein weiterer Hinweis auf die Ambitionen des kalifornischen Unternehmens.

Bietet Oculus Santa Cruz auch eine AR-Funktion? © Oculus

Bietet Oculus Santa Cruz auch eine AR-Funktion? © Oculus

Das Facebook, immerhin Inhaber des Virtual Reality-Vorreiters Oculus VR, dem Thema Augmented Reality ebenfalls nicht abgeneigt ist, ist ebenfalls klar. Gerüchten zufolge verfügt etwa Oculus‘ neues Standalone VR-Headset Santa Cruz auch über eine AR-Funktion. Daneben ist es mehr als wahrscheinlich, dass Facebbook und Oculus auch an weiteren AR-Projekten arbeiten.

Nachdem Google mit der 2012 vorgestellten Datenbrille Glass nach viel Aufmerksamkeit in den Medien PR-technisch auf die Nase gefallen ist, war es lange ruhig um die Zukunft von Googles Smart Glasses.

Doch seit einiger Zeit feiert die Google-Brille ein Comeback – nicht als Lifestyle-Gadget auf dem Massenmarkt, sondern als nützliches Werkzeug in der Arbeitswelt. Google Glass entfaltet ihr wahres Potential als Wearable also vielleicht jetzt gerade erst.

Ein Hoffnungsträger ist zudem das Unternehmen Vuzix. Dieses hat mit dem M100-Nachfolger Vuzix Blade ein Modell in der Pipeline, das an die eingestellte Vaunt-Brille von Intel erinnert.

Die aktuelle Google Glass Enterprise Edition. © Alphabet/Google

Die aktuelle Google Glass Enterprise Edition. © Google

Das Feld von hinten aufräumen könnte hingegen die Vue von Vigo Technologies. Das Kickstarter-Projekt richtet sich nämlich mit seiner vereinfachten Smart Glasses-Erfahrung explizit an private Nutzer.

Smart Glasses im Jahr 2018: Auf dem Weg zum Smartphone-Killer?

Wie sich der globale Markt für Smart Glasses in den nächsten Jahren genau entwickeln wird, ist schwer abzusehen. Die Prognosen von Marktforschungsunternehmen unterschieden sich teilweise erheblich. Aktuell ist der weltweite Markt wohl rund eine Milliarde Dollar schwer – selbst hier fehlen aber verifizierbare Daten und Markendefinitionen.

Je nach prognostizierten Wachstumsraten gehen die Marktforscher von einem Umsatzvolumen von 8 bis 10 Milliarden Dollar für 2022/2023 aus. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahre wurden über 450 Milliarden Dollar mit dem Verkauf von Smartphones umgesetzt. So schnell werden die schlauen Brillen Bestsellern wie iPhone oder Samsung Galaxy also kaum den Rang ablaufen.

Allerdings wächst der Smartphone-Markt aktuell nicht mehr von Jahr zu Jahr. 2017 ist er im Vergleich zum Vorjahr sogar um 2,5 Prozent geschrumpft. Beim kleinen Smart Glasses-Markt stehen hingegen natürlich alle Zeichen auf Wachstum, schätzungsweise mit Wachstumsraten von über 40 Prozent pro Jahr. Im Gegensatz zum Smartphone-Markt lohnt sich hier also das Investieren für Unternehmer.

Was bedeuten diese Zahlen konkret? Einerseits, dass es noch viele Jahre – vielleicht sogar Jahrzehnte – dauern wird, bis Smart Glasses so alltäglich für uns sein werden, wie heute unsere Smartphones. Anderseits ist gerade der Hochtechnologie-Markt von seiner Schnelllebigkeit geprägt.

Heute noch nicht absehbare technische Quantensprünge könnten die Datenbrillen auch kurzfristig zum neuen Lieblingsgerät der Nutzer aufsteigen und den Smartphone-Markt einbrechen lassen – doch das weiß eben nur die Zukunft.

Die Vorstellung, dass wir eines Tages in einer Welt leben, in der uns virtuelle Straßenschilder beim Spazieren den Weg weisen oder in der wir an einem greifbaren virtuellen „Schreibtisch“ arbeiten anstatt nur auf dem Desktop des Computermonitors, ist schon ziemlich verlockend.

Lohnt sich der Kauf von Smart Glasses schon heute?

Ob sich der Kauf von Smart Glasses heute bereits lohnt, hängt vor allem davon ab, was ihr damit vorhabt. Besonders für Betriebe im Bereich Maschinenbau, Logistik und Vertrieb ist ihr Einsatz schon heute sehr verlockend. Sie vereinfachen Arbeitsprozesse und steigern nachweislich die Produktivität, wie auch in unserem Smart Glasses-Special nachzulesen ist.

DHL setzt Google Glass zum schnelleren Zusammenstellen von Lieferungen ein. © Google

DHL setzt Google Glass zum schnelleren Zusammenstellen von Lieferungen ein. © Google

Als Privatnutzer hängt letztendlich die Kaufentscheidung einfach davon ab, ob man sich für neue Technologien begeistert und dort vorangehen will, wo vielleicht später viele folgen werden. Smart Glasses wie Vuzix Blade oder Vue sind jedenfalls Modelle, die auch für Endnutzer erschwinglich sind und einen ersten Blick in die Zukunft ermöglichen.

Brillenträger sollten sich zudem je nach Modell schlau machen, ob sie ihre normale Brille mit den jeweiligen Smart Glasses verwenden können. Einige Hersteller planen zudem, entsprechende Gläser bzw. Linsen mit Sehstärke  anfertigen zu lassen, ähnlich den Optician-Einsätzen für die VR-Brille Oculus Rift.

Wie steht ihr zum Thema Smart Glasses? Könntet ihr euch vorstellen, dafür euer Smartphone links liegen zu lassen? Schreibt uns in den Kommentaren!

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2 Kommentare

  1. Die Smartglasses werden wenn nicht das handy ersetzen, so zumindest jeden Mitarbeiter durch assisted reality zum Facharbeiter „aufschlauen“ und ihren Beitrag zum lindern des derzeitigen Fachkräftemangel leisten. Aber auch in der zu entdeckenden Stadt ist der Abruf von Informationen wesentlich ungefährlicher als der Blick aufs Handy beim Überqueren einer Strasse… nxtbase.de

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