AirMech Command

HTC Vive Oculus Rift Spiele
7

VR-World Rating

8.4

VR-User

Echtzeit-Strategie auf dem virtuellen Spieltisch

Mit AirMech Command bekommen wir das erste vollständige Echtzeit-Strategiespiel für die virtuelle Realität, gemischt mit ein wenig MOBA. Perfekt ist es nicht, aber es macht sehr viel Spaß, wie unser Test mit der HTC Vive zeigt.

Eine Story oder etwas Ähnliches haben sich die Entwickler gleich gespart: Wer hier gegen wen kämpft ist völlig irrelevant, Rot muss gegen Blau ran und das Ziel ist die Vernichtung der gegnerischen Basis. So einfach das generelle Spielprinzip ist, so beeindruckend ist die Präsentation selbst.

Tabletop-Gefechte

Wir schweben über einer Art virtuellem Spieltisch (vergleichbar mit Tabletop-Strategiespielen). Eine große Karte mit Basen, Wäldern, Hügeln und Abgründen breitet sich detailliert unter uns aus. Wir schauen darauf wie auf eine Modellbauwelt – und das allein ist ein wirklich cooler Anblick. Doch es kommt noch besser, denn die Panzer, Raketenwerfer und unser eigener Mech flitzen über die Karte und feuern ihre 3D-Geschosse ab, die wir bis zum Einschlag verfolgen können. Grandios!

Der Blick von oben auf die kämpfenden Einheiten ist spektakulär. © Carbon Games

Der Blick von oben auf die kämpfenden Einheiten ist spektakulär. © Carbon Games

Die Steuerung wird uns zu Beginn in einem viel zu schnellen Tutorial erklärt. Viel zu schnell deshalb, weil uns nicht genug Zeit bleibt, die Steuerungsmechaniken wirklich zu lernen, bevor es auf dem Test-Tisch bereits hektisch wird. Da hilft auch das an sich liebevoll gemachte Tutorial mit seinem eigenen kleinen Spieltisch nicht weiter – etwas mehr Ruhe und Zeit für den Spieler wäre hier wünschenswert gewesen.

Steuerungsprobleme auf der Kampfkarte

Wir können aus mehreren Kampagnenkarten wählen, im Koop oder gleich gegen andere Spieler kämpfen. Die Karten sind – wie schon beschrieben – sehr groß und detailliert, die Grafik hätte aber ruhig etwas schärfer sein können. Unsere Controller (wir haben mit den Bewegungs-Controllern der HTC Vive gespielt) haben einen Lasermodus, mit dem wir die Karte verschieben und Einheiten auswählen können.

Die Karten sind liebevoll gestaltet, allerdings wäre etwas mehr Schärfe und Detail auch nicht zu verachten gewesen. © Carbon Games

Die Karten sind liebevoll gestaltet, allerdings wäre etwas mehr Schärfe und Detail auch nicht zu verachten gewesen. © Carbon Games

Das sorgt schon für die ersten Schwierigkeiten: Nicht selten wollen wir Fahrzeuge anwählen, erwischen aber aus Versehen die Karte. Dicht beieinander stehende Einheiten werden komplett ausgewählt, was die Steuerung zwar vereinfacht, eine Auswahl bestimmter Einheiten aber unmöglich macht. Leider können wir auch kein Auswahl-Rechteck ziehen und müssen zurückbleibende Einheiten einzeln befehligen.

Zwischen RTS und MOBA

Die Einheiten schicken wir dann zum gewünschten Punkt oder lassen sie direkt attackieren. Außenposten werden von kleinen Mechs eingenommen, die regelmäßig von der Heimatbasis generiert werden und ähnlich funktionieren wie die Lane-Creeps in MOBA-Spielen wie Dota 2. Haben wir einen feindlichen Außenposten zu Klump geschossen, nehmen unsere Lane-Mechs diesen ein und verteidigen ihn auch.

Unseren großen Mech können wir durch Tastendruck selbst befehligen. Er kann unsere Truppen unterstützen, als Roboter mit Energieschwert und -Schild im Nahkampf austeilen, oder als Flugzeug auf Feinde schießen. Die Steuerung des Mechs mit den Touchpads der Vive hat uns nicht so gut gefallen, der Rückzug aus dem Nahkampf funktionierte nur schlecht und die Flugsteuerung (um beispielsweise Einheiten zu transportieren, ein sehr cooles Feature!) ist nicht so intuitiv, wie es bei den schnellen Wechseln zwischen Taktik- und Mech-Modus nötig wäre.

Wir können jederzeit zwischen Taktik-Modus und Mech-Modus umschalten und den Mech direkt kommandieren. © Carbon Games

Zum Glück arbeitet unser Mech im Taktikmodus vollautomatisch. Die KI ist nicht überragend, hat aber manchmal ihre Momente, wenn der Mech beispielsweise im richtigen Moment ein paar Lane-Mechs eingeladen hat und zum frisch eroberten Außenposten schafft. Allerdings lässt er sich auch gerne abschießen – es dauert dann einen Moment, bis wir einen neuen bekommen.

Strategisch eher simpel

Nachschub besorgen wir uns, indem wir auf einen Außenposten klicken und dort unsere Panzer bauen. Geld erhalten wir in regelmäßigen Abständen automatisch, je mehr Außenposten wir haben, desto mehr Geld gibt es. Leider sind Sinn und Zweck der Einheiten im Spiel nicht sichtbar, dafür müssen wir im Menü in die Einheitenverwaltung. Dort können wir mit den in der Schlacht verdienten Credits neue Einheiten freischalten, die wir dann im Spiel verwenden. Hier bekommen wir auch nähere Informationen zum Einheitentyp. Werte wie Schaden, Schussfrequenz oder Rüstung gibt es aber leider nicht.

Deshalb beschränkt sich die Strategie von AirMech Command auch auf das schnelle Bauen von schlagkräftigen Truppen und das Herstellen eines zahlenmäßigen Übergewichts. Das Schere-Stein-Papier-Prinzip ist durch die eingeschränkte Steuerung nur selten richtig möglich. Gleichwohl macht es ungeheuer Spaß, die kleinen und großen Panzer über die Modellbau-Karte zu scheuchen und in fette Gefechte um Außenposten zu verwickeln.

Im Menü können wir neue Mechs freischalten und sie individualisieren - beispielsweise mit Hüten. © Carbon Games

Im Menü können wir neue Mechs freischalten und sie individualisieren – beispielsweise mit Hüten. © Carbon Games

Großartige Miniaturwelt in 3D – mit viel Potential

Als Beweis dafür, dass auch Echtzeit-Strategie in VR bestens funktioniert, ist AirMech Command ein voller Erfolg. Als Stratege über dieser coolen 3D-Karte zu schweben ist einfach ein cooles Gefühl – und wenn die Raketen durch die Luft sausen und Trümmer herumfliegen,dann steht uns nicht selten der Mund offen. Allerdings ist hier auch noch viel Luft nach oben: Die Steuerung müsste viel intuitiver sein, die Gefechte vielleicht optional langsamer oder mit Pausenfunktion, damit wir uns eine Strategie ausdenken oder auf neue Situationen angemessen reagieren können.

Der Umfang ist super: Tutorials, Kampagnenkarten, Koop- und PvP-Modus, individualisierbare Mechs und viele Einheiten-Freischaltungen sorgen auch langfristig für Spielspaß. Und wir bekommen erneut einen hervorragenden Eindruck davon, was in Zukunft in der virtuellen Realität möglich sein wird: Detaillierte Modellbau-Schlachten auf großen Karten, dann vielleicht sogar mit freiem Basis-Bau und Verteidigungsanlagen. Und eine kleine, nette Story drum herum würden wir auch nicht ablehnen. Bis das aber einmal soweit ist, empfehlen wir AirMech Command.

Airmech Command bekommt ihr hier:

HTC Vive und Oculus Rift: im Steam-Store
Oculus Rift: im Oculus-Store

Das ist gut

  • tolles 3D-Miniatur-Schlachtfeld
  • coole 3D-Effekte
  • individualiserbare Mechs
  • cleveres Außenposten-System

Das geht besser

  • Steuerung wenig intuitiv
  • Einheiten zu wenig differenziert einsetzbar
  • keine Verteidigungstrukturen

Fazit

Tolles Echtzeit-Strategiespiel mit MOBA-Anleihen, dessen Spielprinzip in VR trotz Steuerungsmängeln wunderbar funktioniert und Lust auf mehr macht.
7

VR-World Rating

Gameplay: 7
Grafik: 7
Sound: 7
Steuerung: 5
Immersion: 7
WOW-Faktor: 8
Umfang: 7

Verfasse eine Antwort

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

Zeige den nächsten MediaMarkt, um Virtual Reality hautnah zu erleben

X